Arbeiten in der Quarantäne

Wir alle haben den Ernst der Lage erkannt. Das Coronavirus hält die Bevölkerung in Atem und ist nicht mehr nur ein Virus im fernen Osten. Was macht die Epidemie mit unserem Alltag, unseren sozialen Kontakten und der Arbeit?
Als IT Unternehmen haben wir die Möglichkeit einen grossen Teil unserer Tätigkeiten im Home Office zu erledigen. Nach einer Woche selbst auferlegter Quarantäne ist es an der Zeit eine Bilanz zu ziehen.

Einstellung

Schnell merkte ich, wie ich die morgendliche Velofahrt ins Büro vermisse: Die Minuten, in denen sich der erste Kaffee setzt, ich langsam erwache und mich gedanklich auf den kommenden Arbeitstag einstelle… Bis zum Mittagessen im Pyjama vor dem Laptop zu sitzen und Freizeit sowie Arbeitszeit im selben Raum zu verbringen, machte mich kribbelig. Ich wusste, das kann nicht ewig so weitergehen. So begann ich damit, vor der Arbeit in dieselben Kleider zu schlüpfen, die ich auch sonst bei der Arbeit trage. Zwischendurch einen Spaziergang in der Natur und ab und an das Zimmer wechseln, in dem ich arbeite, gehören nun zu meiner Routine. Und was für ein Glück es ist, in solchen Situationen einen grossen Garten zu besitzen!

© Crop-Smart| duckduckgo

Früher mochte ich Home Office nicht sonderlich, aber mit den erwähnten Anpassungen geniesse ich mittlerweile die Abwechslung zum gewohnten Alltag.

© rosidaggi | twitter

Soziales

Was ich bei Puzzle neben der interessanten Arbeite am meisten schätze, ist das hervorragende Arbeitsklima. Die vielen Events die normalerweise stattfinden und an denen die Members (interne Bezeichnung für Puzzle-Mitarbeiter) rege teilnehmen, fehlten mir schnell. Die Kaffeepausen ebenso wie das Fyrabebier. Schnell entstand ein Videokonferenz-Raum für das „Fyrabebier“ und einer für die „Kaffee-Pause“. Wie sogar unser Beer-Button an die neuen Anforderungen angepasst wurde, könnt ihr übrigens in folgendem Blogpost nachlesen. Es tut einfach gut, die bei der Arbeit vertrauten Gesichter zu sehen und sich auch über Themen abseits der Arbeit auszutauschen.

Technologie

Kennt jemand alle Tools, welche man in einer solchen Situation verwenden kann? Natürlich nicht. Es war von grosser Hilfe, dass in unserem bereits bestehenden Firmen-Chat schnell Erfahrungen zu Tools ausgetauscht wurden, mit denen noch mehr unseres Arbeitsalltags in die digitale Welt transportiert werden konnte. Sprint-Meetings inklusive dem Schätzen der Arbeitspakete online durchführen, ein Kanban-Board digital zu bewirtschaften, bei Videokonferenzen nicht von den grossen Marktplayern abhängig zu sein – für alle Anforderungen fanden wir schnell eine Lösung. Selbst Lösungen für Pairprogramming wurden ausprobiert. Die Erkenntnisse wurden in einem Wiki den anderen Members zur Verfügung gestellt. Hier eine Auswahl an Tools:

Unmögliches wird möglich

Einige bis anhin unmögliche Dinge wurden bald möglich. Mitarbeitergespräche finden nun auch per Videokonferenz statt, sogar Expertenbesuche in laufenden IPA’s (Abschlussarbeiten der Lernenden) können nun rein virtuell stattfinden.

Freizeit

Das stark reduzierte Freizeitangebot führt dazu, dass gewisse „Neben“-Projekte viel schneller voranschreiten. Zur Zeit sind wir dabei für unser Büro und für Puzzle-Events einen Retro-Arcade auf der Basis von RetroPie zu bauen. So schreitet das Projekt schneller voran als geplant. Mehr dazu in einem kommenden Blogpost.

In meinem Sportclub, wo alle Trainings ausgefallen sind, führen wir nun die Alternativtrainings via Videokonferenz durch. Erfreulich zu sehen, wie dabei zwei wichtige Eigenschaften der normalen Trainings zu einem hohen Grad simuliert werden können: Freundschaften pflegen und fit bleiben.

Generationen

Meine Mutter, meine Tante und mein Onkel sind um die 70 Jahre, respektive 90 Jahre jung. Eine Generation, die den digitalen Wandel mitverfolgt, aber nicht unbedingt vorangetrieben hat. Das stark eingeschränkte Sozialleben ist für sie nicht einfach. Da sie zudem einer der Risikogruppen angehören, können sie ihren Alltag nicht mehr mit den gewohnten Dingen wie Lebensmittel einkaufen, Spazieren gehen und Freunde treffen füllen. Um unser Familienleben trotzdem zu kultivieren, treffen wir uns nun regelmässig zum virtuellen Apéro. Es tut gut, neben den vertrauten Stimmen auch vertraute Gesichter zu sehen. Und Anstossen oder ein „Zwüsa“ (Puzzle-Jargon für „Zwischen-Santé“, don’t ask… ) in der Familie ist jetzt besonders wertvoll.

Post-Corona-Era

Es wird spannend zu sehen, welche Änderungen auch in der Post-Corona-Zeit noch Bestand haben werden. Eines weiss ich aber schon jetzt: Die Videokonferenz hat in meinem Leben definitiv einen Ehrenplatz gefunden.

2 Kommentare

  • Pesche, 27. März 2020

    Unterhaltsamer, informativer Blogpost, nice!

  • mm
    Jenny Hashim, 31. März 2020

    Vielen Dank, leite es dem Autor weiter & e guete Tag 🙂

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