Unerwartete Einblicke

Um auch ausserhalb von Puzzle mit den gewohnten Linux Tools arbeiten zu können, hat sich Urs Rösch die PortableApps Plattform zu Nutze gemacht. Auch andere User können davon profitieren. In diesem Blogbeitrag erzählt Urs, wie er mit den Problemen eines Nutzers mit Beeinträchtigung konfrontiert wurde und plötzlich zur Lösung von ganz neuen Herausforderungen motiviert war.

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Als Member des Zürcher Sys-Teams bin ich ausschliesslich vor Ort bei unseren Kunden im Einsatz. Als Linuxer würde ich natürlich auch beim Kunden gerne mit meinem präferierten Betriebssystem arbeiten. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Damit ich trotzdem mit den gewohnten Tools arbeiten kann, pflege ich einige Windows Versionen, die ich als essenziell ansehe. Diese Programme bauen auf der PortableApps.com Plattform auf, weil mir diese für meinen Anwendungszweck am besten geeignet scheint.

Die ganze Kollektion dieser Programme ist auf GitHub offen zugänglich. Ab und zu gibt es einen ⭐, oder noch seltener, einen Bug Report.

Dies war letzthin der Fall, als jemand bei meiner GitPortable Implementation einen Bug Report eröffnete. Darin wurde bemängelt, dass mit der CMD Shell keine SSH Keys generiert werden können. Ich habe daraufhin dem Bug Reporter vorgeschlagen, es mit der Standard Bash Shell zu versuchen. Die Antwort kam prompt und hat mich ein wenig aus der Bahn geworfen. Er sei auf einen Screenreader von NVDA angewiesen, welcher die Zugänglichkeit von Computern für blinde und sehbehinderte Menschen verbessert. Die Bash Shell funktioniere sehr schlecht damit.

Nachdem ich mir das Problem angeschaut habe, konnte ich mir beim besten Willen nicht erklären, weshalb das SSH Kommando zwar im Pfad aufgelistet ist, aber nicht benutzt werden kann. Ich vermutete schwarze Magie auf Seiten von Windows oder ein Framework wie AppArmor oder SELinux, welches nicht-offiziellen Terminals den Zugriff verweigerte.

Auch nach ein paar Tagen mit Irrungen und Wirrungen und noch immer keiner Lösung in Sicht, drückte ich auf den Resetknopf um das Problem von hinten aufzurollen. Letztendlich fand ich eine Lösung, den Bug zu beheben: Ich nahm einfach das von Git mitgelieferte ssh in den Pfad auf. Der Bugreporter war überglücklich mit der Lösung und bedankte sich ganz reizend.

Ich konnte aus dieser Erfahrung sehr viel neue Impulse mitnehmen. Auch wenn diese PortableApps Sammlung nur für mich gedacht war, gibt es doch noch andere, welche daraus Nutzen ziehen. Dank dem Userinput konnte ich meinen Horizont erweitern und durfte erfahren, welche Probleme ein Nutzer mit einer Beeinträchtigung hat. Und ganz im Sinne der Puzzle Vision konnte ich damit “we contribute” und “we care” abdecken.

P.S. Im Endeffekt kann man den Bug darauf zurückführen, dass unter einem 64bit Windows, 32bit Windows Programme keinen Zugriff auf ssh haben. Per Definition sind PortableApps 32bit kompatibel – so auch mein GitPortable. Es war also keine schwarze Magie, wie anfangs vermutet.

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