Zehn Jahre Parldigi

André Kunz

Die Parlamentarische Gruppe für digitale Nachhaltigkeit (Parldigi) feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Der Einladung der gemäss Co-Präsidentin Edith Graf-Litscher „wichtigsten der 156 parlamentarischen Gruppen“ folgten prominente Redner und rund 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Der pitoreske Berner Erlacherhof bildete den passenden Rahmen für den festlichen Abend.

Der Berner „Stapi“ Alec von Graffenried – selber Gründungsmitglied von Parldigi – eröffnete den Abend mit einem Rückblick auf das Gründungsjahr: Ein umtriebiger Matthias Stürmer weibelte im Bundeshaus für das damals noch eher Nerds zugeordnete Thema einer offenen und nachhaltigen Digitalisierung. In den letzten Jahren hat sich die Gruppe stark für einen digital nachhaltigen Umgang mit Wissensgütern eingesetzt und ist heute aus dem politischen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Die breit abgestützte Gruppe von über 50 National- und StänderätInnen aus den Parteien SP, FDP, SVP, CVP, Grüne, GLP, BDP und EVP konnte dabei mittels parlamentarischen Vorstössen, Netzwerkanlässen und Open Hearings für die Kernthemen Open Source Software, Open Internet, Open Government Data und Transparenz in der öffentlichen Beschaffung einige Erfolge verbuchen.

Ueli Maurer, Bundespräsident, SVP (Quelle: Netzmedien AG, Zürich)

Digitalisierung braucht gemeinsames Verständnis und Vorgehen

Die weiteren Rednerinnen und Redner betonten die Aktualität und Wichtigkeit einer offenen und gemeinschaftlichen Digitalisierung. Bundespräsident Ueli Maurer sieht dabei noch ein fehlendes Verständnis, was Digitalisierung überhaupt bedeutet. Es brauche gemeinsame Standards, damit konkrete Vorhaben umgesetzt werden können. Grundlage dafür sei eine gemeinsame Architektur, was in unserem föderalistischen System eine grosse Herausforderung darstellt. In die gleiche Kerbe schlug auch SBB CEO Andreas Meyer: Damit Digitalisierung allen nützt, braucht es gemeinsame Vorhaben und Unternehmen, welche bereit sind, sich selber zu reformieren. Co-Präsidentin Edith Graf-Litscher sieht dabei noch viel „digitales Ausbildungspotenzial“ auf politischer Ebene – gerade im Hinblick auf das Verständnis im Parlament.

Edith Graf-Litscher, Co-Präsidentin Parldigi, SP (Quelle: Netzmedien AG, Zürich)

Offenheit bietet grosses Potential

Die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft bietet insbesondere für die Schweiz – mit den vorherrschenden Rahmenbedingungen – grosse Potentiale. Um der gesamten Volkswirtschaft zu dienen, sind die Kernthemen von Parldigi wichtiger denn je. Die Partner von Parldigi – darunter auch Puzzle ITC – zeigen, dass Open Source Software sowie offene Daten und offene Standards kein Widerspruch zu wirtschaftlichem Handeln darstellen. Im Gegenteil: Bei der heutigen Abhängigkeit der grossen Tech-Konzerne ist die Offenheit der Schlüssel, damit sich lokale Unternehmen zusammenschliessen und über Unternehmensgrenzen hinweg wirklich innovative Lösungen aufbauen können. Mit welchen heissen Themen sich Parldigi aktuell befasst, zeigt das Interview mit der Parldigi-Leitung. Wir sind gespannt, was die nächsten zehn Jahre bringen werden.

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