Der Weg zur Selbstorganisation – Teil 4

Wie in den vergangenen Blogposts unserer OrgDev-Serie erwähnt, arbeiten wir seit mehreren Jahren an einem eigenen Modell für die Selbstorganisation. Nach der Vorstellung des Branch-Modells erzählt Philippe Schmid nun, wie wir das Division-Modell in unserer Primärorganisation integriert haben.

Unsere Ausgangslage

In unserer bisherigen Primärogranisation stellt ein „Bereich“ ein Team dar, welches mit Aufträgen und Personalmanagement verbunden ist. Unsere Bereiche entwickeln einerseits Produkte (z.B. Racoon), andererseits bieten sie auch Dienstleistungen aus Tätigkeitsfeldern (z.B. Systems Engineering /sys, CI/CD /mid/cicd) und Technologien (z.B. Container /mid/container, Ruby /dev/ruby) an. Heute, nach 22 Jahren, existieren 16 Teams bei Puzzle. Wir haben einen kontinuierlichen Zuwachs an neuen Members (Puzzle-Jargon für Mitarbeitende). Mit dem Wachstum unseres Unternehmens wurden wir vor neue Herausforderungen gestellt. Wie wollen wir uns zukünftig in den Bereichen organisieren?

Die Herausforderung

Da wir stetig weiterwachsen, mussten wir eine Lösung für unsere Primärorganisation finden. Sollen die Teams mitwachsen oder sollen zusätzliche Teams entstehen? Bei zusätzlichen Teams könnte man die Steuerung mit weiteren Hierarchiestufen verbessern. Dieser Lösungsansatz kam aber von Anfang an nicht in Frage, da eine steilere Hierarchie nicht der Vorstellung der #Puzzleness entsprach. Grössere Teams wiederum bringen andere Probleme mit sich. Mehr Members in einem Bereich bedeutet mehr Aufwand für die Leadership-Position und auch mehr Aufwand für die Beschaffung genügender Aufträge. Aus diesen und weiteren Punkten kristallisierte sich ein dynamischeres Modell heraus. So organisierten wir unsere Primärorganisation ähnlich wie bei dem Branch-Modell. Wir führten das Element „die Division“ ein. Dieses Modell ermöglicht es, nach Wunsch die Leadership-Funktion auf mehrere Schultern zu verteilen.

Im Folgenden skizzieren wir einige Aspekte einer Division:

Grundlagen einer Division

  • Es gibt ein klares Thema oder Produkt, das am Markt angeboten werden kann und es bestehen bereits Kundenaufträge und weitere potentielle Leads
  • Es finden sich genügend Members, welche die Rollen der Division übernehmen wollen

Rollen einer Division

Die wichtigsten Rollen einer Division sind:

  • Division Owner: Vertritt und repräsentiert die Divison innerhalb und ausserhalb von Puzzle. Ist verantwortlich für die strategische Führung und Auslastung.
  • Division Driver: Entlastet die Division Owner Rolle bei der Organisation von Meetings, Events und Schulungen sowie einfachen Controllingaufgaben.
  • Members Coach: Zuständig für die Betreuung, Weiterentwicklung und Beurteilung der Members.
  • Division Communicator: Zuständig für die Kommunikation aus der Division innerhalb von Puzzle.

Für die Themen Verkauf und Marketing werden innerhalb von Divisions keine Rollen geschaffen, aber eine enge Zusammenarbeit mit dem MarCom- und Sales-Team (Marketing, Kommunikation und Verkaufs-Team) angestrebt.

Ein Member kann mehrere Rollen innehaben. Hat ein Member alle diese Rollen inne, würde diese Funktion dem klassischen Bereichsleitenden entsprechen.

Ausblick

Nach der theoretischen Definition des Division-Modells waren wir gespannt, wie eine konkrete Umsetzung in der Praxis fruchten würde. Mit dem Abgang des Bereichsleiters des System Engineering Teams /sys bot sich eine erste Gelegenheit, mit dem Modell Erfahrungen zu sammeln. Im nächsten Blogpost werden wir davon berichten.

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