Community mal anders

Dass eine Community auch bei einer klassischen Projektabwicklung aufgebaut werden kann, beweist uns das Projekt EGI. Wir sind stolz über den Verlauf einer nicht so üblichen Community berichten zu dürfen… die Geschichte einer Community von sieben Schweizer Kantonen!

Was ist eine IT-Community?

Eine Community findet sich in der IT oft in einer Open Source Umgebung, wobei vertragslos und ohne Vereinbarung gemeinsam an einem Projekt gearbeitet wird. Durch offene Software und/oder frei zugängliche Dokumentationen wird gemeinsam an einem Strang gezogen – getreu dem Motto «helfen und helfen lassen». Die grösstmögliche Anbieterunabhängigkeit wird angestrebt. Die Vorstellung einer Community setzt sich somit aus einem spezifischen Ziel zusammen, welches auf der einen Seite gemeinsam, auf der anderen Seite unabhängig, verfolgt wird. Ein grosser Vorteil einer Community besteht darin, dass gemeinsam viel mehr erreicht werden kann, als einzeln. Insbesondere dann, wenn Investitionen aufgeteilt werden können und vom gegenseitigen Wissen profitiert werden kann.

Die EGI Story

Das Projekt Entsorgungsgenehmigung via Internet (EGI) vom Amt für Wasser und Abfall (AWA) der Bau- und Verkehrsdirektion (BVD) des Kantons Bern startete im Jahre 2010. EGI ist eine Webapplikation für die papierlose Abwicklung von Abfallentsorgungsgenehmigungen (von nicht normierten Abfällen) über das Internet. Der bisherige aufwändige papier-basierte Genehmigungsprozess wurde durch eine Web-Applikation ersetzt sowie beschleunigt und digitalisiert. Die initiale Entwicklung der Applikation im 2010 wurde vollständig vom Kanton Bern finanziert.

Die Community entsteht

Ursprünglich war es nicht angedacht, dass sich nach diesem Auftrag eine eigene Community aufbaut. Aber dank einem geschickten Zug/Zufall bei der Umsetzung der Applikation EGI, kommen andere Kantone automatisch in Kontakt mit EGI.
Durch die Tatsache, dass bei spezifischen Abfällen ein Gesuch in EGI erstellt werden muss, befassen sich andere Kantone automatisch mit der Applikation. Wird aus einem anderen Kanton Abfall im Kanton Bern (oder einem anderen Kanton welcher EGI nutzt) entsorgt, so muss der Ursprungskanton seine Zustimmung zu diesem “Abfall-Export” im fremden Kanton geben. Hierzu muss in EGI eine entsprechende Stellungnahme abgegeben werden. Damit dies möglich ist, müssen sich Mitarbeitende der Fachstelle des exportierenden Kantons bei EGI registrieren. Somit kommen Mitarbeitende von anderen Kantonen automatisch auf die EGI Plattform und sehen, wie bequem es papierlos funktioniert.

Zudem gibt es einen weiteren wichtigen Vorteil für die Community-Mitglieder. Nicht nur Kosten für den Betrieb und den Unterhalt, sondern auch Kosten für die Weiterentwicklung der Applikation können aufgeteilt werden. Schon im Jahre 2011 kommen die Kantone Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt zu EGI hinzu. Bald schon konnten durch die Community neue Features für EGI umgesetzt werden. Dies stiess wiederum auf offene Ohren und so kamen im Jahr 2014 Luzern und Freiburg hinzu. Im Jahr 2017 stiess Genf hinzu und aktuell interessiert sich der Kanton Waadt für EGI.

Die Community lebt

Somit konnten die oben genannten Kantone dazugewonnen werden und die Web-Applikation wurde zu einer Gemeinschaftslösung. Es entstand eine Community, die EGI aktiv nutzt, mitträgt und mitfinanziert. Heute wird sie als Community angesehen, die versucht, die Applikation EGI weiter zu optimieren und zu verbessern. Die Community testet die Applikation und meldet allfällige Probleme oder Wünsche zurück. Moderiert und gepflegt wird die Community durch den Kanton Bern oder konkret durch den Projektleiter Marc Häni. Die Umsetzung von Änderungen und Optimierungen an EGI wird jeweils von Puzzle ITC getätigt.

Zusammenfassung

Was als “normaler Auftrag” an Puzzle ITC begann, endete in einer engagierten Community. Durch das Commitment der Community und insbesondere des EGI Projektleiters, konnte die Community aufgebaut, etabliert und gepflegt werden. Wir hoffen, dass die Community noch weiter wächst und möglichst viele Kantone für EGI gewonnen werden.

Wie so oft ergibt sich das schöne Fazit:
Gemeinsam sind wir stärker und können Grosses erreichen.

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