23. Dezember 2024

Proxmox Datacenter Manager: Die Open-Source-Revolution gegen VMware

Proxmox hat vor Kurzem die Alpha-Version seines neuen Open-Source-Projekts, des Proxmox Datacenter Managers, veröffentlicht. Ziel dieser Software ist es, eine zentrale, übersichtliche Verwaltung aller Knoten und Cluster in virtualisierten Umgebungen zu ermöglichen. Damit will Proxmox eine leistungsstarke Alternative zu etablierten Lösungen wie VMware schaffen – und das könnte das Aus für so manchen proprietären Anbieter bedeuten.

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Beitragsbild Proxmox Logo

Was ist Proxmox Datacenter Manager?

Der Proxmox Datacenter Manager (kurz „PDM“) ist ein neues, in Rust entwickeltes Verwaltungswerkzeug, das auf eine moderne Weboberfläche setzt. Mit dieser Software will Proxmox die Komplexität in Rechenzentren reduzieren, indem alle Komponenten von einer Stelle aus administriert werden können.

overview
P.S: Mein Testcluster kommt ohne Lizenz aus, der Prod-Cluster von Puzzle ist selbstverständlich subskribiert.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  1. Zentralisierte Verwaltung
    Statt mehreren Interfaces für jeden einzelnen Server oder Cluster verwenden zu müssen, bietet PDM eine einheitliche Oberfläche, um alle Knoten auf einmal zu managen.

  2. Ressourcenüberwachung
    Administrator:innen bekommen Echtzeit-Einblicke in CPU-, RAM- und Speichernutzung aller Knoten und der darauf laufenden virtuellen Maschinen (VMs). Auch grundlegende Steuerung (Start, Stopp, Neustart) ist möglich.

  3. Remote-Migration
    VMs können einfach zwischen verschiedenen Rechenzentren verschoben werden. Das erhöht die Flexibilität und Ausfallsicherheit in grossen Umgebungen.

  4. Moderner Technologie-Stack
    Die komplette Software wurde in Rust geschrieben, wodurch Sicherheit, Stabilität und Performance von Grund auf gewährleistet sind. Außerdem wird durch Software-Defined Networking (SDN) und Software-Defined Storage (SDS) eine moderne und zukunftsfähige IT-Architektur ermöglicht.

  5. Dark Mode
    Gerade für Administrator:innen, die viel Zeit in der Oberfläche verbringen, ist der native Dark Mode eine willkommene Ergänzung. Das Interface ist nicht nur funktional, sondern auch ansprechend gestaltet.

Unser Praxistest

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen und direkt das ISO der Alpha-Version heruntergeladen, um den Proxmox Datacenter Manager in unserer Testumgebung auszuprobieren. Die Installation verlief reibungslos und funktionierte ähnlich, wie man es bereits von Proxmox VE kennt. Bereits nach kurzer Konfiguration und dem ersten Login hatten wir unsere Knoten in die neue Oberfläche integriert.

  • Einfache Einrichtung: Der Installationsassistent führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung und bietet dabei bereits gängige Standardwerte, die auch für weniger erfahrene User hilfreich sind.
  • Benutzerfreundliche Oberfläche: Das GUI ist modern, aufgeräumt und intuitiv zu bedienen. Tatsächlich kann man auf einen Blick sehen, welche Server, VMs und Container gerade laufen.
  • Zuverlässigkeit: Trotz Alpha-Version lief bei uns alles stabil und ohne grössere Bugs.

Die Resonanz war durchweg positiv – wir konnten VMs und Cluster problemlos managen und hatten innerhalb kürzester Zeit eine funktionstüchtige Umgebung. Besonders beeindruckt hat uns, dass alle Grundfunktionen wie erwartet funktionieren und dass selbst so etwas wie der Dark Mode im ersten Release bereits zur Verfügung steht.

Puzzle

Warum Proxmox den VMware-Markt aufmischen wird

Der Markt der Virtualisierungslösungen und Datacenter-Verwaltungs-Tools ist im Wandel. Viele Unternehmen setzen auf Open-Source-Lösungen, weil diese:

  • Kosteneffizient sind (geringe bis keine Lizenzkosten)
  • Flexibilität bieten (keine Abhängigkeit von proprietären Anbietern)
  • Eine aktive Community haben, die schnelle Verbesserungen und Hilfe ermöglicht

Mit dem Proxmox Datacenter Manager untermauert Proxmox seinen Ruf als ernstzunehmende Alternative zu VMware. Der Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit macht es einfach, existierende VMware- oder andere Virtualisierungsumgebungen langfristig abzulösen oder parallel zu betreiben.

Dazu kommt, dass Proxmox sein gesamtes Produktportfolio – darunter Proxmox VE, Proxmox Backup Server und Proxmox Mail Gateway – stetig weiterentwickelt und auf eine einheitliche Integrationsstrategie setzt. Mit dem neuen Datacenter Manager will Proxmox dem Bedürfnis vieler IT-Abteilungen nach einem „Single Pane of Glass“-Ansatz gerecht werden, wodurch man alles aus einer Hand kontrollieren kann.

Fazit

Der Proxmox Datacenter Manager könnte sich zu einem echten „Game-Changer“ entwickeln. Bereits jetzt, in der Alpha-Phase, lassen Stabilität, Geschwindigkeit und Funktionsumfang darauf schliessen, dass sich hier eine erstklassige Open-Source-Lösung für die Verwaltung virtueller Umgebungen etabliert.

Wer heute bereits Proxmox einsetzt oder einfach nur neugierig ist, sollte sich die Alpha-Version auf jeden Fall ansehen und nach Möglichkeit in einer Testumgebung ausprobieren. Denn mit seiner nutzerfreundlichen, modernen Oberfläche und dem starken Technologie-Stack in Rust könnte Proxmox in naher Zukunft die etablierten Hersteller gehörig unter Druck setzen – und womöglich VMware vom Thron stossen.

Weitere Informationen, Downloads und eine Roadmap zum Projekt findet ihr in der offiziellen Ankündigung von Proxmox: Proxmox Pressemitteilung: Proxmox Datacenter Manager Alpha