Jugend und Sport – Nationale Datenbank

Nicole Pauli

Praktisch jeder in der Schweiz kennt Jugend und Sport. Viele haben in ihrer Kindheit vom umfassenden Angebot profitiert oder haben sich sogar selbst zum J+S Trainer ausbilden lassen. Puzzle ITC erhielt den Auftrag, eine zentrale Applikation für die Verwaltung der J+S Aktivitäten in der gesamten Schweiz zu entwickeln. Die Plattform ging im Jahr 2003 live und wird seither durch Puzzle ITC stetig weiterentwickelt. 

Ausgangslage

Eine dezentrale Systemlandschaft ist eine der grössten Herausforderungen der Informatik im Bereich Sport. So präsentierte sich auch die Ausgangslage für das Projekt „Nationale Datenbank für Jugend und Sport“. Bis ins Jahr 2000 lag die Verwaltung von Jugend und Sport Angeboten in der Verantwortung der kantonalen Amtsstellen und Sportverbände. Diese verwendeten dafür ihre eigenen, individuellen Verwaltungssysteme. Die Kommunikation zwischen den beteiligten Instanzen wie den durchführenden Organisationen, kantonalen Amtsstellen, Sportverbänden und dem Bundesamt für Sport (BASPO) geschah auf dem Papierweg.

Um dem entgegenzuwirken, hat das BASPO einen Auftrag für eine zentrale Applikation – die «Nationale Datenbank für Sport» – erteilt, die im Jahr 2003 mit einem ersten Release aufgeschaltet wurde und seither regelmässig erweitert wird. Darin enthalten sind Module für die Verwaltung von Personendaten, die Durchführung von Kursen, Lagern und Trainingslagern der Jugendausbildung und der Kaderbildung sowie deren Abrechnung.

Im Jahr 2008 wurde ausserdem eine Plattform für durchführende Organisationen (Vereine, Verbände und Schulen) implementiert – die «SPORTdb». Damit haben J+S Coaches die Möglichkeit, Angebote auf dem elektronischen Weg zu planen, durchzuführen und abzurechnen.

Die Rolle von Puzzle ITC

Seit 2001 ist Puzzle ITC im Projekt involviert und war über die Jahre mit verschiedenen Tätigkeiten beauftragt.

Heute stellt Puzzle ITC das komplette Entwicklungsteam, den technischen Projektleiter und einen Teilprojektleiter. Die NDBJS wird als Projekt geführt und umfasst alle Aspekte der Software Entwicklung: von der Spezifikation bis zur Einführung, das Projekt- und Release Management und die Wartung der Software. Der Betrieb der Software wird durch die Führungsunterstützungsbasis (FUB) sichergestellt. Nebst dem Gesamtprojektleiter stellt sich das Projektteam von Seiten BASPO aus mehreren Business Analysten und einer Helpline zusammen.

In der Realisierung wird Scrum als Software Entwicklungsprozess eingesetzt, was eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden fördert. Bis heute hat sich dieser Prozess als wesentlicher Erfolgsfaktor im Projekt herausgestellt, unter anderem weil es die nötige Flexibilität innerhalb des Entwicklungsprozesses bietet. Die Rolle vom Scrum Master wird durch Puzzle ITC übernommen.

Aktuell werden pro Jahr rund 70’000 J+S Kurse und Lager verwaltet, dies entspricht einer Teilnehmerzahl von gut 940’000 Kindern und Jugendlichen. Die Applikation zählt um die 50’000 aktive Nutzer und mehr als 1,5 Millionen erfasste Personen.

Im Jahr 2016, ganze 13 Jahre nach der Inbetriebnahme der Applikation, designte Puzzle in Zusammenarbeit mit unserem UX Studio We are Cube ein neues Frontend für die „alte Dame“. Zudem wurde der Tech Stack des Frontends modernisiert.

Die Ziele des „Make-overs“ waren folgende:

  • Attraktives und modernes Design der Applikation
  • Sicherstellung der Kompatibilität mit neuen Browsern
  • Einfachere Wart- und Erweiterbarkeit des Frontend-Teils der Applikation

An oberster Stelle stand aber der Erhalt der bisherigen Funktionalität, was ein komplettes Rewrite der Applikation, zum Beispiel als Single Page Applikation, ausschloss.

Die offensichtlichste Änderung im Design, neben der Farbgebung, ist die Navigation im Header. Diese ermöglicht, dass die verschiedenen Bereiche der Applikation einfacher erreicht werden können – vorher musste der Benutzer jeweils zurück zur Startseite wechseln, um in einen anderen Bereich zu gelangen.

Neu wird auch nicht mehr ein Tabellen-Layout sondern ein Grid-Layout verwendet, sodass sich die Applikation besser an die verschiedenen Bildschirmgrössen anpasst. Prinzipiell kann die Applikation jetzt auch auf mobilen Geräten verwendet werden, als Business-Applikation stand dieser Aspekt aber nicht im Fokus. Die einzelnen Formularelemente haben jetzt mehr Platz erhalten und sind weniger gedrängt als vorher.

Max Burri hat zum Redesing der NDBJS einen Blogpost geschrieben.

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