Wir machen Applikationsentwickler-Profis

Pascal Simon

Als ich vor fast 10 Jahren bei Puzzle angefangen habe, gab es bereits den einen oder anderen Lernenden. Damals war die Organisation rund um die Berufsbildung noch ziemlich ausbaufähig. In mir schlummerte schon länger der Wunsch, die Welt der Informatik jungen Menschen näher zu bringen und sie dafür zu begeistern. Nach internen Gesprächen wurde schnell klar, dass Handlungsbedarf besteht und mein Engagement willkommen ist.

Berufsbildungsteam BBT

Bald hatten Jonas Schmid und ich erste Meetings mit weiteren Members rund um die Reorganisation der Ausbildung von Lernenden. Daraus entstand ein NABC. Neben der Organisation war auch die steigende Qualität der Ausbildung ein Hauptziel. Kurzum war klar: Wir wollen ein Team schaffen, wobei die Lernenden, Berufsbildner und Members mit temporären Auslastungslücken gemeinsam an internen und externen Projekten arbeiten. Daraus entstand unser Berufsbildungsteam kurz BBT.

In den letzten fünf Jahren ist neben dem Wachstum der Members auch die Anzahl Lernenden von zwei auf vier angestiegen. Dazu kommen zwei Praktikanten. Mit Raffael Hertle konnten wir 2018 einen Member gewinnen, der uns tatkräftig als Berufsbildner unterstützt. Uns ist es sehr wichtig, dass sich die Lernenden und Praktikanten in die Puzzle Kultur integrieren und in einem praxisnahen Umfeld arbeiten. Wie in den meisten Projekten bei Puzzle ist auch das BBT mit Scrum organisiert.

Ausbildung

Bei jungen Members ist es immer spannend zu sehen, wie unterschiedlich ihr Wissensstand und ihre Art an Arbeiten heranzugehen, ist. Daher ist es wichtig, Zeit in die individuelle Betreuung zu investieren.

Im ersten Jahr absolvieren die Lernenden im Bereich Applikationsentwicklung ein Basislehrjahr beim Berufsbildungscenter BBC in Bümpliz. Dazu gehören die obligatorischen ÜKs (Überbetriebliche Kurse) und Basics rund um die Informatik und Software-Entwicklung. Ab dem 2. Lehrjahr sind sie als Teil des BBT bei uns und lernen von erfahrenen Members, wie man sich selbst und als Team rund um die komplexe Welt der Software-Entwicklung organisiert.

Wir legen grossen Wert darauf, dass sich die Lernenden gegenseitig betreuen. Dies schult die Kompetenz, fördert die Kommunikationsbereitschaft und Erfahrung, vermittelt Selbstvertrauen und trägt positiv zum Teamgeist bei.

Als Leitfaden hilft ein Ausbildungsplan, der definiert an welchen Themen im aktuellen Semester gearbeitet wird. Zudem versuchen wir aktuelle Technologien, Wissen aus eigenen Projekten und dem Daily Business ins BBT einfliessen zu lassen. Ab dem 4. Lehrjahr beginnen die Vorbereitungen zur IPA (Individuelle praktische Arbeit), welche ein wichtiger Bestandteil für das Erwerben des Fähigkeitszeugnis ist.

Motivation durch Selbstverantwortung

Eine der Aufgaben, die unsere Lernenden in Eigenregie wahrnehmen, sind die verschiedenen Ämtli, welche unter anderem unsere Cafeteria betreffen. Die Einsatzplanung sowie Verteilung der Aufgaben liegt in ihrer Verantwortung. Dazu treffen sich die Lernenden monatlich zu einem Meeting.

Unsere Schnupperwoche “IT-Ninjas” wird mehr oder weniger komplett durch unsere Lernenden gemanaged.

Die Rolle des Scrum-Masters im BBT wird immer durch einen Praktikanten oder Lernenden wahrgenommen und wechselt alle paar Monate. Erst wenn man diese Rolle einmal selber ausführt, merkt man, was dahinter steckt.

Da die Members im BBT häufiger wechseln als in anderen Teams, müssen alle Aufgaben immer wieder übergeben werden. Die meisten Übergaben machen die Lernenden selbst, was bisher immer sehr gut funktioniert hat.

Herausforderungen

Wichtig ist es, die Balance zwischen Ausbildung und Produktivität zu finden. Die Members in Ausbildung sollen nicht nur Zeit mit Lernen verbringen, sondern etwas zum Tagesgeschäft beitragen. Durch die Entwicklung von internen Tools schafft das das BBT einen spürbaren Mehrwert für Puzzle. Immer wieder können spontane Einsätze für andere Projekte, wie Datenmigrationen mit dafür entwickelten Scripts oder dem Erstellen von Docker Images, erledigt werden.

Die grösste Herausforderung für uns Berufsbildner ist es, eine gesunde Balance zwischen der Betreuung der Lernenden, den administrativen Arbeiten rund ums BBT und den anderen Projekten in denen wir tätig sind, zu finden.

Ausblick

„Vorankommen und uns weiterentwickeln“ ist die Devise. Gerade arbeiten wir an einem neuen, modularen Ausbildungsplan für die Lernenden. Diesen und weitere interessante Tools aus dem BBT würden wir gerne opensourcen, um anderen Betrieben den Zugriff zu ermöglichen. Allgemein wünschen wir uns mehr Austausch mit anderen Lehrbetrieben. Deshalb unterstützen wir seit kurzem auch Startup Projekte wie 1001kmu.

An dieser Stelle möchte ich Puzzle und allen Members herzlich für das Engagement und Vertrauen rund ums BBT danken. Es ist eine grosse Freude zu sehen, wie unsere Lernenden während und auch nach der Ausbildung mit viel Wissen, Fähigkeiten und Enthusiasmus ihren Beruf als Applikationsentwickler ausüben. So fägt’s 🙂

 

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