Vortrag am eZürich ICT-Cluster Dialog: Kollaborative Software-Entwicklung und Gemeinschaftslösungen

André Kunz

Am eZürich ICT Cluster Dialog durfte ich die Idee von kollaborativer Software-Entwicklung und Gemeinschaftslösungen vorstellen. Das Thema passte gut in den Reigen der Vorträge, welcher von den Herausforderungen der Digitalisierung für die öffentliche Verwaltung über Branchenlösungen im Digital Real Estate und KMU-Gesamtlösungen zu IT an Schulen reichte.

Angefragt wurde ich als Vorstand von CH Open. Mit dem Verein bewegen wir uns mit Engagements wie dem Open Education Day oder der IT-Beschaffungskonferenz im Spannungsfeld von Open Source Software für Private, die öffentliche Verwaltung und für Bildungsinstitutionen. Erfreulich war denn auch die Aufmerksamkeit des Publikums, welche dem Thema in der kurzen Redezeit zuteil wurde und die spannenden Kontakte, welche ich knüpfen konnte.

Selbstbestimmt in den digitalen Wandel

Um das Thema der Digitalisierung kommt heute kaum jemand noch herum. Egal, ob Industrie 4.0, Workplace 4.0 oder Gesellschaft 4.0 – jeder will mit neuen Produkten nach dem „alten“ Muster Geld verdienen. Unter dem alten Muster verstehe ich Geschäftsmodelle, welche den Benutzer mit proprietärer Software oder proprietären Dateiformaten in eine Abhängigkeit zu einem Anbieter bringen. Dabei ermöglicht gerade die Digitalisierung eine stärkere Integration der Anwender und damit auch eine Antwort auf die Herausforderungen, welche in den anderen Vorträgen genannt sind. Die Stichworte reichen von Transparenz über Offenheit, Vertrauen, Vernetztheit und Interoperabilität. Alles Faktoren, welche für einen offenen Quellcode sprechen.

Dass Microsoft unterdessen zu den grössten Contributoren von Linux gehört, zeigt, dass die Idee von kollaborativer Entwicklung und Open Source Software der „Way to go“ ist. Aber damit ist das Problem der Abhängikeit der Benutzer (und Firmen, Behörden, Bildungsinstitutionen) noch nicht gelöst. Dies wird nur mit durchgehend quelloffener oder sogenannter Freier Software erreicht.

Gemeinschaftslösungen: Kollaboration auch im Kleinen

Das Modell, auf Basis quelloffener Software zusammen mit anderen Firmen und Einzelpersonen Software zu entwickeln, lässt sich auch im kleineren Rahmen anwenden.

Dies ist die Hauptmessage meines Vortrages. Es gibt Plattformen wie der OSS Market, wo sich Organisationen mit gleichen oder ähnlichen Bedürfnissen zusammenschliessen- oder an einem bestehenden Projekt anschliessen können. Weiter zeigen bestehende Gemeinschaftslösungen wie hitobito der grössten Kinder- und Jugendverbände der Schweiz, Liima von der Mobiliar und der Baloise oder Camac und OneGov GEVER aus der öffentlichen Verwaltung, dass das Modell erfolgreich angewendet werden kann.

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