Adaptive Lenkung bei der BLS – auch die BLS spart Strom

Angela Stempfel

Durch adaptive Lenkung (ADL) wird Strom gespart, das Rollmaterial geschont und der Fahrplan flüssig gehalten. Ein nachhaltiger Fahrstil wird auch bei der BLS immer wichtiger.

Nachdem Puzzle bereits die SBB beim Projekt Adaptive Lenkung unterstützt, zieht nun auch die BLS nach. Das bestehende Lokführer-Informationssystem “Driver Information System” (DIS) wird um die Adaptive Lenkung erweitert.

Driver Information System – DIS

Das DIS unterstützt den Lokführer bei seiner täglichen Arbeit. Die Kernfunktionalitäten des DIS sind:

  • Anzeige des eigenen Dienstplanes oder Dienstpläne anderer Lokführer
  • Laden eines Zuglaufs (Plan der zu fahrenden Zugstrecke) inkl. wichtiger Informationen für den Lokführer wie Geschwindigkeiten und Funkkanäle
  • Aktuelle Anzeige der Langsamfahrstellen
  • Darstellung der Umleitungsstrecken
  • Tagesaktuelle Informationen

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DIS – Zuglauf mit Informationen und Anzeigen

Adaptive Lenkung ADL der SBB

Mit dem Projekt ADL der SBB wird Strom gespart, das Rollmaterial geschont und der Fahrplan flüssig gehalten. Die ursprünglich angedachte Lösung der SBB war SMS basierend. Diese Version funktionierte jedoch nicht überall, weil der Empfangskanal des Netzwerksadapters nicht sauber freigegeben wurde. So haben sich die Meldungen teilweise über mehrere Minuten gestaut. Die finale ADL Version basiert nun auf einer Datenverbindung. Die Verbindung wird über den Kaazing WebSocket-Gateway aufgebaut und die ADL Meldungen per JMS Messages verschickt.

ADL Integration ins Driver Information System DIS

Die Verbindung zum ADL WebSocket wird im DIS gemacht. Der Client (Lokführer) registiert sich auf einer entsprechenden Queue (lädt einen Zuglauf im DIS) und erhält dadurch die ADL Meldungen. Somit erhält der Lokführer nur Fahrempfehlungen, wenn er angemeldet ist. Die Entscheidung über den Erhalt von Fahrempfehlungen liegt somit beim Lokführer.

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ADL im DIS – Fahrempfehlungen

Der Lokführer wird mit einem Piepton über den Erhalt einer Fahrempfehlung informiert und sieht diese gleichzeitig in einem eingeblendeten Fenster, genannt ADL Panel. Jede ADL Meldung hat eine Time To Live (TTL), also eine Dauer, wie lange die Meldung angezeigt werden soll. Ist die Zeit abgelaufen, wird die Meldung und gleichzeitig das ADL Panel ausgeblendet. Zu einer erneuten Anzeige kommt es erst, wenn die Fahrempfehlung ändert oder stoppt. Der Lokführer wird so nicht durch ein inaktives Fenster abgelenkt.

Testfahrten

Um ADL vollumfänglich zu testen, führte die BLS mehrere Testfahrten durch. Es wurden vor allem Strecken gewählt, in welchen viele Funklöcher vorhanden sind (z.B. Spiez-Brig). Gerade die Tests und das Verhalten der ADL Verbindung in den Funklöchern ist von grosser Wichtigkeit. Es muss sichergestellt sein, dass die Verbindung bei einem Unterbruch wieder vollständig hergestellt werden kann und für den Lokführer keine Einschränkungen durch nicht mehr aktuelle Fahrempfehlungen entstehen.

Ausblick

Bei der BLS ist ADL noch nicht im produktiven Einsatz. Bis im Herbst bedarf es noch einiger Testfahrten, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten. Anschliessend kommen aber auch die BLS Lokführer in den “Genuss” des Stromsparens.

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