Teste früh und teste häufig

We Are Cube unterstützt Sie bei Usability Tests für Ihre Applikationen. Lesen Sie, weshalb sich frühes und häufiges Testen lohnt und besuchen Sie den Workshop am Puzzle Tech Talk.

Die ersten Erfahrungen mit Usability Testing habe ich vor sechs Jahren gesammelt. Das typische Szenario damals war: Kurz vor dem Release einer Software kam die Anfrage für einen Usability Test. Wir haben darauf die Applikation studiert, Szenarien geschrieben, Testpersonen eingeladen, den Test durchgeführt und die Befunde vorgestellt. Die Reaktion der Auftraggeber war meistens: “Hm, vielen Dank, wir müssen da einiges besser machen, aber für diesen Release reicht es jetzt leider nicht mehr”.

Die aufwändigen Tests trugen so leider wenig zur Verbesserung der Software bei, zu spät wurden die Usability Probleme aufgedeckt. Darum sprechen wir aus Erfahrung, wenn wir sagen: Teste früh und teste häufig.

Remote_Usability_Test

Philipp von We Are Cube führt einen Remote Usability Test durch. Der Bildschirminhalt der Testperson wird dabei auf seinen Computer übertragen.

 

Wer früh testet, kann Probleme frühzeitig feststellen und beheben

Probleme können schneller und effizienter angegangen werden, wenn man sie möglichst früh feststellt. Aber was heisst früh? Nach einem Monat? Nach einer Woche? Am ersten Tag?

Wir können mit Usability Tests beginnen, sobald erste nachvollziehbare Skizzen zur Verfügung stehen. Letzte Woche haben wir einen Workshop zu User Centered Mobile Development durchgeführt. Der letzte Programmpunkt war ein kurzer Usability-Test: eine Testperson, ein paar Minuten Zeit, 1 Szenario. Die Teilnehmenden testeten ihren Prototypen, den sie in einer Stunde mit Balsamiq Mockups gebaut hatten. Beeindruckend: Schon in diesem Stadium konnten wir Probleme mit der Navigation, des Workflows, dem Feedback und der verwendeten Sprache aufdecken. Ein “zu früh”, gibt es im Testing nicht. Ein “zu spät” kann einen jedoch viel Zeit und Geld kosten.

Mobile_Banking_Prototype_aus_UCMD_Workshop_in_unter_90_Minuten
Usability Tets mit einfachen verlinkten Mockups bringen wertvolle Erkenntnisse. Dieser Prototyp mit 5 Screens wurden von den Teilnehmenden in einem Workshop in gerade mal einer Stunde entwickelt und anschliessend getestet.

 

Wir empfehlen am Anfang Prototypen zu erstellen und zu testen und nicht direkt eine lauffähige Applikation zu bauen. In Prototypen können wir schnell und mit wenig Aufwand Anpassungen vornehmen. Die Änderungskosten sind bei einer lauffähigen Applikationen ungleich höher als bei einem Prototypen.

Mit frühen Usability-Tests an Prototypen können Projektrisiken vermindert werden. Insbesondere können wir Workflow-Probleme erkennen, deren Anpassung besonders viel kosten würde.

Teste häufig, denn Veränderungen sind ein Teil des Entwicklungsprozesses

Während des Entwicklungsprozesses verändert sich die Software. Die Applikation wird entwickelt, das Design wird implementiert, Änderungen werden beschlossen, zusätzliche Funktionalität wird eingeführt. Die Vorstellung “Einmal spezifizieren, anschliessend wird alles genau so umgesetzt” entspricht kaum mehr der Realität.

Ein Prototyp kann und soll dabei nicht alles abdecken. Einerseits bilden wir in Prototypen kaum die vollständige Funktionalität ab, das wäre nicht effizient. Andererseits spielt bei der Umsetzung das grafische Design eine grosse Rolle und kann die Usability stark beeinflussen.

Deswegen sollten Sie, wenn irgendwie möglich, mehrere Testrunden durchführen. Sie wollen ja jeweils die festgestellten Probleme auch beheben können und das gelingt nicht immer auf Anhieb. Ein Usability-Test wird auch nie alles abdecken. So lohnt es sich während der Entwicklung regelmässig zu testen, ob die neu eingeführte Funktionalität auch verstanden und korrekt benutzt wird. So arbeitet man inkrementell auf eine gute Software hin.

Das klingt teuer…

Das Usability-Testing bedeutet einen gewissen Aufwand, aber der Verzicht darauf kann Sie letztendlich teurer zu stehen kommen. Werden Problem erst bei der Einführung der Software entdeckt, ist der Aufwand, um sie zu beheben, gross. Meist steht dann kein Projektbudget mehr zur Verfügung und die Kosten werden auf den produktiven Einsatz abgewälzt: Die Benutzer müssen ausführlich geschult werden, die Effizienz der Anwender leidet unter der schlechten Qualität der Bedienung. Und dieser Zustand bleibt oft über Jahre hinweg bestehen.

Für ein effizientes Testing benötigen Sie keinen grossen Benutzerkreis. Die grössten Probleme werden schnell sichtbar. Statt ein- bis zweimal mit sechs bis acht Personen zu testen, lohnt es sich, Tests zeitlich zu verteilen und vier- bis fünfmal mit drei Personen zu testen. So kann man auch Änderungen überprüfen und sicherstellen, dass bei der Umsetzung des Konzepts und bei den laufenden Anpassungen nichts schief geht.

Testen lohnt sich!

Durch frühe Tests können Sie spätere grosse Änderungskosten vermeiden und die Grundlage für eine benutzerfreundliche Software legen. Durch häufiges Testen stellen Sie sicher, dass die Umsetzung erfolgreich ist und durch Änderungen keine neuen Probleme eingeführt werden.

Wenn Sie bei sich Usability-Tests durchführen möchten, unterstützen wir Sie dabei gerne. Falls Sie einen unverbindlichen Einblick in das Testing von Mobile Apps wagen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen Workshop am Tech Talk 2012.

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