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Puzzle unterstützt die SBB beim Stromsparen

Von Sascha Iseli, publiziert am 07. März 2011
Tags: Adaptive Lenkung, ADL, Projekt, SBB

Puzzle hilft der SBB beim effizienten Betrieb des Bahnnetzes. Mit dem Projekt «Adaptive Lenkung» (ADL) wird Strom gespart, das Rollmaterial geschont und der Fahrplan flüssig gehalten.

Eine alltägliche Situation

Wir sitzen im Regionalzug und fahren von A nach B. Unterwegs – irgendwo im Niemandsland – hält der Zug. Ein scheinbar sinnloser Halt. Das Rauschen des überholenden Intercity belehrt uns eines Besseren: Der Halt war doch nicht ganz sinnlos – warten wir doch vor einer Weiche und müssen den etwas verspäteten, aber schnelleren Zug auf das nun einspurige Gleis vorlassen. Dieser Ablauf kann optimiert werden und genau hier unterstützt Puzzle die Schweizerischen Bundesbahnen SBB.

Früher reagieren

Die geschilderte Situation lässt sich vermeiden, wenn der Lokführer früher die Geschwindigkeit reduziert und somit das kritische Signal erst erreicht, wenn der Intercity die Weiche bereits passiert hat. Als Folge müsste der Zug nicht von 0 beschleunigen und somit könnte diese Energie gespart werden. Weiter werden das Rollmaterial sowie die Bremsen durch die entfallende Dynamik weniger belastet.

Nicht «nur» Stromsparen

Rund 95% solcher oder ähnlicher ungeplanter Halte können mit einem vorausschauenden System und aktiver Kommunikation vermieden werden. Das Projekt «Adaptive Lenkung» (ADL) verfolgt genau diesen Ansatz: Mit ADL wird in Zukunft nicht nur Strom gespart, sondern die Züge fahren mit ADL generell wesentlich ruhiger. Dies bedeutet einerseits grösseren Fahrkomfort für die Kunden und andererseits eine ausgeglichene Fahrweise für das Lokpersonal, was zu mehr Sicherheit im Bahnverkehr führt. Da die Züge mit ADL weniger halten, kann das Bahnnetz effizienter und stabiler genutzt werden.

ADL setzt auf bestehende Infrastruktur

ADL fördert und unterstützt die Kommunikation zwischen Betrieb und Lokpersonal und muss somit höchste Stabilität und Zuverlässigkeit garantieren. ADL baut dazu auf bestehenden Systemen der SBB wie dem Rail Control System für Disponenten (RCS-D), der Zuglaufrechnung (ZLR) oder der Topologiedatenbank UNO auf. Einen weiterführenden Artikel zu RCS-D finden sie im angefügten Dokument.

Eclipse bei der Eisenbahn

Eine alltägliche Situation mit ADL

Wir sitzen im Regionalzug und fahren von A nach B. In der Betriebsleitzentrale erkennt der Bahnbetriebsdisponent, dass unser Zug vor dem Betriebspunkt X warten und dem verspäteten Intercity die Vorfahrt gewähren müsste. ADL berechnet für den Regionalzug eine neue Fahrempfehlung. Per SMS über das SBB-eigene GSM Netz wird der Lokführer über die neue Geschwindigkeit informiert. Der Regionalzug fährt nun mit 40 km/h anstatt mit 65 km/h auf den Betriebspunkt X zu. Dort angekommen, kann der Regionalzug wieder auf die fahrplanmässige Geschwindigkeit beschleunigen. Der Intercity hat die Weiche bereits vor einigen Minuten passiert. Ausser der geringen Geschwindigkeitsreduktion merken wir Passagiere nichts von diesem kleinen Zwischenfall.


Kommentare

  • Von Andi Mazzucchelli am 25.05.2011:

    Guten Tag.
    Wird das ADL System auch erkennen, dass ein Güterzug in (fast) jedem Fall schneller fahren kann, als ein Regionalzug ?

    DAS würde ich sehr begrüssen :)
    Gruss von einem Regionalzug geplagten Güterzugslokomotivführer.
    Andi Mazzucchelli

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